Die   Tierarztpraxen   florieren,   und   viele   Veterinäre wissen   schon   nicht   mehr,   was   sie   nicht   noch   alles für    eine    Behandlung    verlangen    können.    Luxus pur,    in    einer    Wohlstandsgesellschaft,    wo    das Wohl   der   Tiere   manchmal   mehr   gilt   als   das   der Menschen. Auf     der     anderen     Seite     zwei     erschütternde Meldungen   im   Amstblatt:   Mischling,   sehr   ängstlich, im      Ernstbrunner      Wald      neben      Freilandstraße angebunden     aufgefunden,     war     laut     Finderin     mit einem     Strick     am     Baum     befestigt.      Oder:     Kater, kastriert,     ca.     15     Jahre     alt;     nicht     gechipt.     Eine Spaziergängerin   hatte   beobachtet,   wie   ein   Mann   den Kater   in   einen   gelben   Sack   gesteckt   hatte   und   diesen im    Müllcontainer    neben    dem    Friedhof    in    Spillern entsorgte.   Als   das   Tier   geborgen   wurde,   war   es   völlig entkräftet     und     musste     mit     Infusionen     versorgt werden.   Es   besteht   nur   noch   aus   Haut   und   Knochen und ist stark dehydriert. Der Täter: unbekannt. Malträtiert     –     ausgesetzt     –     weggeworfen!     Man möchte   es   kaum   glauben,   dass   es   „Menschen“   gibt, die   das   einem   Tier   antun. Aber   ja!   Weihnachten   steht vor   der   Tür,   da   braucht   man   Platz;   oder   Neujahr,   da will man sich alter Sorgen entledigen. Auf diese Art? Doch    dies    nun    zur    Ehrenrettung    der    Veterinäre: Einigen   liegt   das   Wohl   der   Tiere   wirklich   am   Herzen; etwa   jener   Tierärztin,   die   den   Kater   mit   Infusionen versorgt    und    vielleicht    auch    noch    mit    Aufbaukost aufpäppeln kann, falls er sich so weit erholt. Ihr   „Dampfkessel“   erfreut   sich   auch   der   Bekannt- schaft   einer Tierärztin,   die   so   gut   wie   rund   um   die   Uhr für   die   ihr   fremden   Schützlinge   da   gewesen   ist.   Sogar am   Wochenende.   Sie   war   es   so   lange,   bis   sie   selbst nicht   mehr   konnte.   Nach   einer   Herzklappenoperation musste   sie   ihre   aufreibende   Berufung,   wie   man   so sagt, „an den Nagel hängen“. Licht      und      Schatten      –      sie      liegen      so      nah beisammen…
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